Eine der größten Belastungen in der Altenarbeit ist die häufige Begegnung mit Sterben und Tod. Dabei stoßen wir oft an die Grenzen unserer eigenen Handlungsmöglichkeiten. Eigene Betroffenheit, Unsicherheiten, manchmal auch Unwissenheit machen es uns schwer, dem Sterbenden in seiner besonderen Lebenslage gerecht zu werden. Dies gilt in besonderer Weise in der Sterbebegleitung von demenzerkrankten alten Menschen.
Es ist davon auszugehen, dass der sterbende demenzerkrankte Mensch seine Situation intuitiv erfasst. Dies kann einhergehen mit Angst, die sich in aggressivem Verhalten, in Unruhe und einem erhöhten Muskeltonus zeigt. Ein häufig zu beobachtendes Phänomen ist die geistige Klarheit demenzerkrankter Menschen kurz vor dem Tod.
Bei einer dementiellen Erkrankung leiden zuerst das Gedächtnis und später weitere kognitive Fähigkeiten. Seele und Gefühle jedoch bleiben erhalten. Der demenzerkrankte sterbende Mensch ist nicht fähig, seine Biografie aufzuarbeiten und eine Bewertung seines Lebens vorzunehmen. Ebenso wenig ist er in der Lage, sein Schulderleben und die versäumten Augenblicke in seinem Leben zu erfassen. In der Sterbebegleitung mit dementiell Erkrankten muss deshalb die Kommunikation mehr auf der emotionalen als auf der verbalen Ebene stattfinden. Neben der Palliativpflege und Biografiearbeit sind deshalb Basale Stimulation und eine validierende Gesprächsführung von besonderer Bedeutung.
Die Beschäftigung mit diesem häufig ausgeklammerten Thema soll helfen, mehr Sicherheit und Entlastung zu erfahren.
Seminarunterlagen: Präsentation Dr. Wolfgang Kramer (
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